Mittwoch, 26. März 2014

Kugelzeit - Bleistiftrock für Schwangere


So, heute bekommt Ihr ein letztes Kugelzeittutorial von mir. Der Rock und die Bilder geistern schon seit einiger Zeit hinter meinem Blogvorhang herum, aber ich konnte mich noch nicht zum Verschriftlichen durchringen. Und das, obwohl ich diesen Rock nicht mehr hergeben möchte. In der Rückschau dieser zweiten Kugelzeit ist er - von den Unterteilen - wohl mein liebstes Kleidungsstück geworden. Unauffällig, schlicht und so bequem wie eine Jogginghose oder Leggings. Vor allem, wenn man abends unterwegs ist und der Bauch sich um Welten größer und schwerer anfühlt, ist ein kleiner Jerseyrock ideal. Er hat mich auf Hochzeiten, Geburtstagen, Kaffeekränzchen und so manch andere Zeitvertreiberei begleitet. Der einzige Nachteil (wobei da kann der Rock nix für) ist, dass man eine Strumpfhose zu dieser Jahreszeit anziehen muss. Und das Anziehen dieses Teils ist wohl am Ätzendsten.


Mit einem schwarzen Shirt und schwarzen Blazer war sogar ein Konzertoutfit möglich.

Für einen eigenen Umstandsbleistiftrock benötigt Ihr:

  • etwa 1m Jerseystoff
  • etwa 1m Gummiband (breit)
  • den üblichen Nähkram und



Druckt den Schnitt aus (achtet darauf, dass die Seiten nicht angepasst werden bzw. Ihr auf 100% eingestellt habt in den Druckereinstellungen) und klebt ihn zusammen. Messt mit einem Maßband Euren Hüftumfang und wählt danach die entsprechende Größe im Schnitt aus. Der Taillenumfang spielt hierbei keine Rolle (wer hat in diesem Stadium überhaupt noch so etwas wie eine Taille...). ABER: Messt auch nochmal an einer Seite Eures Brustkorbs von dort, wo die Taille ist/war bis zur Höhe des Brustansatzes. Dieses Maß benötigt Ihr für den Kugelausgleich im Vorderteil.

Zunächst legt Ihr Euren Stoff zweilagig rechts auf rechts aus und steckt den Rockschnitt darauf.

Zeichnet nun mit Schneiderkreide die oberen Konturen des Schnittes nach (ab der oberen Krümmung zur Taille hin).

Nun zeichnet Ihr Euch eine Parallele zur oberen Kante in dem Abstand, der Eurem Taillen - Brustansatz - Maß entspricht (bei mir waren das 7cm; man kann hier ruhig recht großzügig sein). Seitlich verbindet Ihr diese Linie mit dem Ende der Schnittkrümmung auf Höhe der Hüfte.

Sollte etwa so aussehen:

Dann schneidet Ihr erst beide Lagen zu und anschließend schneidet Ihr entlang des Schnitts NUR die obere Lage als Hinterteil zu. Nahtzugabe ist schon inbegriffen. Yeah!

Happy Photoqualität! Was Sonnenschein und Handybilder anrichten können seht Ihr im Folgenden... Ganz große Kunst!

Steckt Euch zunächst die Seitennähte vom Saum bis zum Hüftansatz zusammen. Dann klappt Ihr die obere Hinterteilstofflage weg und markiert Euch auf dem Vorderteil mit Kreide den Hüftansatz.

Stellt nun an Eurer Nähmaschine einen Heftstich ein: größtmögliche Stichlänge eines Geradstichs.

Diesen Heftstich näht Ihr nun ein paar mm von der Stoffkante entfernt von der oberen Stoffkante bis zu Eurer Hüftmarkierung auf beiden Seiten. ACHTUNG: am Anfang und Ende dieser Naht nicht vor- und zurücknähen!!!

Steckt Vorder- und Hinterteil an der Hüftmarkierung zusammen. Dann zieht Ihr einen Faden Eures Heftstichs vorsichtig an, damit sich der Stoff zu kräuseln beginnt.

Kräuselt den Stoff so zusammen, dass Vorder- und Hinterteil gleich lang sind und steckt die Teile zusammen. Viele Nadeln helfen viel!

So sollte es dann aussehen:


Nun werden die Seitennähte mit Dreifachgeradstich, Zick-Zack- oder Overlockstich zusammengenäht (Nahtzugabe: ein guter Zentimeter - 1/2"). Leider hab ich hiervon kein Bild. Anschließend werden die Heftfäden vorsichtig wieder entfernt.

Nun nehmt Ihr Euch das Gummiband und legt es um den oberen Bauchansatz. Messt eine für Euch angenehme Weite ab und schneidet das Gummi mit Nahtzugabe entsprechend zu. Wenn Ihr noch einiges an Kugelzeit vor Euch habt, dann seid großzügig mit Euch!
Anschließend näht Ihr die kurzen Enden mit einem Geradstich zusammen...

... faltet die Nahtzugaben auseinander und steppt diese nochmals fest. Das ergibt einen flachen sauberen Abschluss.

Markiert auf dem Rock die vordere und hintere Mitte und auf dem Gummiband 1/4-Stellen.

Dann steckt Ihr die Gummibandnaht an die hintere Rockmitte und die anderen Markierungen entsprechend aufeinander auf die rechte Stoffseite. Das Gummi dürfte etwas enger sein als der Rock. Soll so sein! Ich habe mir noch ein paar Nadeln zusätzlich zur besseren Verteilung gesteckt. Ist aber Geschmackssache.

Knappkantig wird nun das Gummiband mit einem Zick-Zack-Stich an den Rock genäht. Dabei müsst Ihr das Gummi soweit dehnen, dass es die gleiche Länge wie der Rock hat. Abschnitt für Abschnitt. Achtet darauf, dass die Nadel immer unten im Stoff steckt, bevor Ihr dehnt, sonst verzieht Ihr die Naht.

Das Gummi wird dann nach oben geklappt, so dass die Naht nicht mehr zu sehen ist, das Gummi aber schon.

So, jetzt schnell das Röcklein anprobieren, Lieblingslänge abstecken (lassen) und säumen. Mein Saumumschlag ist 3,5cm breit und wurde mit einem sehr kleinen Zick- Zack-Stich genäht. Sieht man null, ist aber super dehnbar! Kurz mal drüber bügeln und hineinbequemen :-) 

Herrlich stretchy, gell?



Ich wünsch Euch was! Vor allem den vielen Mitkugelladys da draußen im Blogland! Da ich keine Ahnung habe, was in den nächsten Tagen und Wochen so sein wird, wundert Euch nicht, wenn hier etwas Ruhe einkehrt. Es geht weiter. Irgendwie! Erstmal harren wir der Dinge, die das kommen!


Viele Grüße!

P.S.: Ich schick meine kleine Anleitung mal rüber zum MeMadeMittwoch, Linkparty für kostenlose Schnittmuster und zu RUMS!

Dienstag, 18. März 2014

Nestbaufieber - Babyoutfits

 Heute möchte ich Euch drei Outfits für unsere Kleine zeigen, die (bis auf die weißen Bodys) komplett aus Stoffopfern entstanden sind.


Gleich das Erste ist mein absoluter Favorit. Ich hoffe so sehr, dass die Minileggings auch wirklich passt. Geopfert habe ich dafür ein türkises Shirt, dass ich während eines wunderschönen Urlaubs erstanden habe. Aber nach unzähligen Waschgängen und Kinderbauch, naja, Ihr wisst schon... 
Die Herzen habe ich mit doppelseitiger Klebeeinlage auf den Body gebügelt und dann rundrum mit nem Geradstich aufgesteppt. Das funktioniert super. Meine erste Applikation!!!
Das Bündchen der Mütze ist auch noch aus einem Reststreifen entstanden. Den Mützenschnitt von Delia kennt Ihr schon von hier und den Stoff von hier.

Und hier seht Ihr, was nach dreimaligem Handanlegen von meinem geliebten Shirt noch übrig ist.

 Mein Nestbaufieber im nähtechnischen Sinne verlagert sich momentan auf das Aufpeppen von vorhandenen Kleidungsstücken (also Bodys) und auf das Nähen von Utensilien (wie die Wickeldecke, einen neuen Bezug für das Stillkissen, ...).

Im Folgenden seht Ihr nochmal die Hosen mit gerafftem Bund (Tutorial hier) und die dazu passenden Bodys. Da es sich bei dem Stoffopfer um ein recht großes Männershirt handelte, gab es - neben den zwei Hosen - noch genug Stoff für Rüschenstreifen.


Bei dieser Variante hab ich einen 4cm breiten Streifen mittig gerafft und dann mit Geradstich an die Halsausschnittkante genäht. Easy peasy!


Für die zweite Variante hab ich drei 3,5cm breite Streifen an der Oberkante gerafft und sie dann an die vordere Halsausschnittkante überlappend angenäht, ...

... wobei der erste und zweite Streifen noch auf der Rückseite auslaufen. Es wird wohl eine kleine Flamencotänzerin. Olé!

 

Und jetzt hopp hopp damit zum Upcyclingdienstag, Creadienstag, Meertje und Kiddikram!

Viele Grüße!

Dienstag, 11. März 2014

Nestbaufieber - Jumpsuit


Er muss passen! Er muss einfach. Ist dieser Jumpsuit (oder Ausfahranzug) nicht zum Dahinschmelzen??? Wahrscheinlich ist er noch viel zu groß und passt dann, wenn es draußen 25°C hat. Aber ich musste ihn nähen.


Für diesen Anzug hab ich einen Sweatstoff verwendet, der innen eine weiche angeraute Innenseite hat. Den Poeinsatz hat ich mit der Innenseite nach außen angenäht, damit er besser zu Geltung kommt. Man kann bestimmt auch gut einen kontrastfarbenen Stoff einsetzen.


Und wiedermal handelt es sich hierbei um einen wunderbaren kostenlosen Schnitt von The Purl Bee. Sie bieten ihn in einer Größe an (0-3 Monate), zeigen aber sehr detailliert, wie man den Schnitt vergrößern kann. Sowohl in die Länge als auch in die Breite.


An den vorderen Besatz hab ich ein Größenschildchen angenäht, dass ich mir aus Hemdresten zusammengeschnitten habe. Es sollte nicht kratzen.

In der Originalanleitung wird empfohlen, zwei Druckknöpfe an den Besatz verdeckt anzunähen. Aber ich wollte mit den KAM-Snaps kleine farbliche Akzente setzen. Wenn man die beiden Flügel aufschlägt, kann man das Baby ganz leicht hineinlegen und einpacken.

Komischerweise ist für den Schnitt ein Stoffverbrauch von 2m angegeben. Aber anscheinend gehen die Designer von einem ganz bestimmten Stoff aus, den man bei ihnen bestellen kann. Ich habe bei dieser Anordnung etwa 90cm verbraucht.


Dieser kleine Kindertraum (oder besser Nähsüchtige-Mama-Traum) wandert heute mal wieder zum Creadienstag, Kiddikram und zu Meertje!

Viele Grüße!

Donnerstag, 6. März 2014

Nestbaufieber - Wickeldecke


Leute, ich bin sooooooo stolz auf diese Wickeldecke. Am liebsten würde ich mich selbst reinkuscheln. Die ist so schön weich und warm und ... hach. Und äh ja, wir erwarten immer noch ein Mädchen ;-)


Die neue Puppe meiner Großen musste schon mal probegewickelt werden. Und wieder raus. Und wieder rein. Und wieder ....

Über Pinterest bin ich auf den kostenlosen Schnitt mit Tutorial von Made by Jo gestoßen. Leider wieder in Niederländisch. Aber mit den Bildern und nem Übersetzungsprogramm machbar (für Leute mit etwas Näherfahrung). Man, hat das Spaß gemacht. Es gibt ja so Projekte, die dauern Tage / Wochen und am Ende sprießt die Freude über das Endergebnis aus allen Poren!


Mein erster Versuch mit selbstgemachtem Paspelband. Ich sag nur: Bolle!


Verschlossen wird das Ganze mit Klettstreifen. Da ich noch nicht genau weiß, wie groß unsere Maus werden wird, kann es sein, dass ich die nochmal versetzen muss. Aber das nehm ich 100x in Kauf ;-)


Bei Nichtgebrauch kann die Decke auf ganz toll zusammengefaltet und verstaut werden. Happy Päckchen!


Total toll finde ich ja die Idee, dass das Kopfteil gerafft wird, damit das Neugeborene möglichst viel Schutz am Kopf erfährt. Geht doch nix über Utensilien, die von Müttern entworfen wurden.


Viele Grüße!

Dienstag, 4. März 2014

Nestbaufieber - Hosen mit gerafftem Bund (Minitutorial)


Hallo zusammen und willkommen zu einer neuen Runde im Nestbaufieber! Das hat mich übrigens in den letzten zwei (stillen) Wochen nicht wirklich verlassen, aber Nähen ist mit so ner Kugel irgendwie doch echt anstrengend... So ein Mist! Jetzt hab ich noch Zeit dazu, aber nicht die richtigen Körpermaße! ;-)

Nichts desto trotz ist hier wieder - wenn auch langsam - etwas entstanden: zwei Minihöschen mit Popoeinsatz. Der Schnitt stammt aus meiner ersten Ottobre (01/2012) und wurde schon mal für Babygeschenke vernäht. In meiner Stoffopfersammlung bettelte mich dann neulich ein einsames rotes T-Shirt um Verwendungsgnade an und da konnte ich beim besten Willen nicht NEIN sagen. Also Zack zugeschnitten. Das schöne an dem Schnitt: ohne Beinbündchen hat man genau 2 Teile!!! Das Hosenteil und den Einsatz!!! Natürlich hab ich für Letzteren auch Stoffreste genommen. Man hat doch immer diese schmalen hohen Reste, von denen man sich nicht trennen kann, aber zum Entsorgen sind sie auch zu schade.

Und ich war mal wieder faul. Ja, ich mach gerne Sachen selber, aber wenn ich es abkürzen kann, dann kürze ich ;-) Wie bei diesen Höschen:
Ich hab die Hosen um die angegebene Breite des Bundumschlags gekürzt und die Schnittkante mit Zick-Zack-Stichen versäubert (ein Rollsaum einer Overlock wäre noch eleganter).

Nun kommt mein Lieblingsteil: Elastisches Nähgummi! Es wird auf ganz normalen Garnrollen verkauft und muss per Hand auf ein Spulchen (mit minimalem Zug) aufgewickelt werden (Bild 1). Dieses setzt man ganz normal in die Nähmaschine ein und holt es als Unterfaden nach oben. Dabei sollte der Gummianfang großzügig heraushängen (Bild 2). Anschließend noch die Fadenspannung etwas lockern (Bild 3) und einen 3-4mm langen Geradstich einstellen (Bild 4).

Genäht wird nun in Runden von der Bundkante abwärts. Meine erste Runde beginnt füßchenbreit entfernt von der oberen Kante (Bild 1). Meine Nähmaschine macht beim Nähen recht interessante Geräusche. Falls das bei Euch auch so ist, beobachtet genau, ob sie den Stoff normal transportiert oder ob irgendwo etwas nicht so ganz rund läuft. Normal ist auf jeden Fall, wenn sich der Stoff hinter dem Füßchen zu kräuseln beginnt (Bild 2)!

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, wie man zur nächten Runde kommt:

  • Fäden vernähen, abschneiden und neue Runde ansetzen,
  • die Runden spiralartig verbinden (also die erste Runde in die zweite fließen lassen) oder
  • (meine Variante) bis zum Rundenanfang nähen, stoppen mit Nadel oben (Bild 1), den Nähfuß um Füßchenbreite nach links versetzen (Bild 2 und 3) und die nächste Runde beginnen. Bei den kommenden Runden müssen die Kräuselungen der Vorrunden etwas gedehnt werden. Ich hab bei einer Hose 4, bei der anderen 5 Runden genäht. Ganz wichtig: Verknotet die Fadenenden sorgfältig, da sich das Gummi sonst unter der ständigen Dehnung zurückziehen könnte.


Nun kommt der letzte, wichtige und vor allem witzige Schritt: DÄMPFEN!!! Vor zwei Jahren hätte ich das ganze Projekt beim Vernehmen des Wortes DÄMPFEN hingeschmissen. Das klingt so alt und bieder. Aber hierbei ist es echt witzig: Stellt das Bügeleisen auf 2-3 Punkte und Dampffunktion ein. Dann HALTET Ihr das Bügeleisen mit dem Dampf ganz nah über den Kräuselbund und seht, wie sich der ganze Bund wie durch Magie zusammenzieht. Spooky!
Und fertig! Yeah Yeah!

Bin schon so gespannt, wie sie unserem Baby passen werden. Ottobreschnitte sind ja recht großzügig, was die Passform betrifft.

Und nun ab damit zum Creadienstag und zum Upcyclingdienstag!

Viele Grüße!