Dienstag, 28. Januar 2014

Kugelzeit - Umstandshose selbstgemacht


So, auf geht's zu einer neuen Kugelrunde. Heute zeige ich Euch, wie Ihr Euch aus einer normalen Hose eine Umstandshose "zaubern" könnt. Das Wunderbare daran: Sie passt schon mal rundrum, sie ist super bequem (drückt quasi kaum) und sie kostet wahrscheinlich einen Bruchteil einer normalen Umstandshose. Yeah - Yeah!!! So was gefällt mir!!!


Wenn Ihr auch eine solche Hose nähen wollt, benötigt Ihr 
  • eine Hose, die Euch gut passt,
  • ein altes enges Jerseytop, 
  • ein Gummiband, das um Euren Oberbauch passt 
  • und die üblichen Nähutensilien.

Zunächst zieht Ihr die Hose an und markiert mit Nadeln, wie tief der Bauchausschnitt werden soll. Hier seht Ihr meine erste Umstandshose. Bei der Zweiten hab ich den Ausschnitt etwas tiefer gewählt, was sich gerade für die Kugelendzeit als SEHR angenehm herausgestellt hat.

Dann die Hose gerade ausgerichtet auf eine ebene Fläche legen.

Nun markiert Ihr mit einem Trickmarker oder mit Schneiderkreide die endgültige Form des Bauchausschnitts und schneidet diesen mit 1cm Nahtzugabe zu. Bei dieser Jeans habe ich auch im Hinterteil den Bundstreifen abgeschnitten. Bei der Cordhose weiter unten hab ich ihn dran gelassen. Geht beides.

Der Reißverschluss wird nicht mehr benötigt und ...

... wird deshalb vorsichtig herausgeschnitten.

Anschließend steckt Ihr den "Hosenstall" wieder zusammen und näht Ihn (vertikal) fest. Am besten dazu einen einfachen Geradstich verwenden. Auch die gesamte Vorderkante muss für eine Stütznaht abgesteckt werden, damit die Taschenbeutel später nicht unkontrolliert festgesteppt werden.



So, nun geht's dem Bauchteil an den Kragen. Hierfür hab ich ein altes braunes SEHR dehnbares Jerseytop genommen, dass mir etwas zu klein ist. Leider kann ich Euch das gute Stück nur noch in der Endfassung zeigen, da ich mich vorher schonmal richtig schön verschnitten habe. Aber zum Glück war noch genug dran für eine zweite Chance ;-)
Schneidet zunächst den rückwärtigen Bundteil zu. Wie Ihr seht, hab ich das per Augenmaß erledigt (sollte vielleicht mal zum Augenarzt. Hab anscheinend nen Knick in der Optik :-) Es sollte so breit sein, dass es vom Hosenbund bis zum hinteren unteren Rippenrand reicht. Achtet außerdem darauf, dass der vorhandene Saum des Shirts/ Tops die neue obere Bundkante wird. 

Für die vordere Rundung schneidet Ihr einen schönen Bogen zu. Ich hab - wie gesagt - alles per Augenmaß geregelt. Falls Ihr lieber genaue Maße habt, dann müsst Ihr Eure Kugel von der Brustbeinspitze über den Bauchnabel bis zum gewünschten Hosenbeginn ausmessen und danach Euer Bauchteil zuschneiden.

Nun wendet Ihr Euer Bundteil auf links und zieht es mit dem alten Saum voran über die ausgeschnittene Hose (erstes Bild). Anschließend steckt Ihr das rückwärtige Bundteil am Hosenbund fest (kein Bild). Achtet darauf, dass die jeweiligen Seitennähte aufeinander treffen. Wahrscheinlich ist das Jerseyteil etwas enger als die Hose, so dass Ihr es beim Stecken schon etwas dehnen müsst. Keine Sorgen, dass soll genau so sein.
Beim Stecken des vorderen Bundteils beginnt Ihr in der Mitte (zweites Bild) und arbeitet Euch dann zu den Seitennähten vor (drittes Bild). Auch hier ggf. dehnen. Da der Bauchausschnitt und der Jerseybund gegensätzlich gekrümmt sind, sieht die gesteckte Hose ziemlich zerknautscht aus (ähnlich dem Einsetzen von Ärmeln). Wenn Ihr später die beiden Teile in ihre endgültige Position bringt, hat das dann wieder alles seinen Sinn.

Jetzt wird endlich genäht! Beginnt am rückwärtigen Bundteil. Da ich bei dieser Hose den alten Hosenbund erhalten habe, hab ich versucht möglichst knappkantig in die Steppnaht des Hosenbundes zu nähen. Hierfür hab ich einen elastischen Geradstich (Stretchstich) verwendet (erstes Bild). Beim vorderen Bundteil hab ich dann einen Overlockstich meiner Nähmaschine ausgewählt, der aus einem elastischen Geradstich mit Versäuberungsanteil (Zick-Zack) besteht.

Nun ist es fast geschafft. Der kniffligste Teil ist überstanden!!!

Zum guten Schluss bekommt der Bund noch einen Gummizug. Hierfür nehmt Ihr ein Gummiband, dass Ihr um Euren Rippenbogen/ Bauchoberkante - hintere Taille legt und die erforderliche Länge annehmt. Kleiner Tipp: Nehmt das Gummi nicht ganz so eng. Ihr werdet noch wachsen!!! Und dabei wird alles Enge noch enger!!!
Heftet nun an das eine Ende des Gummis eine Sicherheitsnadel und an das andere eine Stecknadel, damit Euch das Gummi später nicht heimlich im Tunnel verschwindet (erstes Bild).
Dann knipst Ihr vorsichtig von links in den vorhandenen Bundsaum. Achtet darauf, dass Ihr nur die innere Stofflage einschneidet (zweites Bild).
Mit der Sicherheitsnadel voran das Gummi in den Tunnel einziehen. Sollte sich das Gummi verdrehen, ist das gerade bei dünneren Varianten nicht sonderlich dramatisch, könnte aber im Kugelendstadium leicht drücken (drittes Bild).
Die Enden des Gummibandes zusammenstecken (viertes Bild)...
... und mit einem engen breiten Zick-Zack-Stich zusammennähen (fünftes Bild.).
Zum Schluss die Einzugsöffnung mit einem Zick-Zack-Stich verschließen (sechstes Bild).

Und nun ist die Zeit gekommen, um den Freudentanz aufzuführen! Ich hab die Hose angezogen und bin vor Freude über dieses neue Stück erstmal wild durchs Schlafzimmer gehüpft. Willkommen neue-alte Hose in meinem Kleiderschrank! Wobei Du da nicht viel drin rumliegen wirst ;-)

Und weil Freude teilen die Freude noch vergrößert, wandert mein Tutorial zum Creadienstag, zum Upcyclingdienstag, zum MeMadeMittwoch und zu RUMS! Worüber sich die anderen heute wohl freuen?

Viele Grüße!

Dienstag, 21. Januar 2014

Voll im Nestbaufieber!!!


Wahooow!!! Heute beginnt die 30. Woche. Unglaublich, dass in etwa 10 Wochen hier wieder alles Kopf stehen wird. Und dass ich dann diese kleinen Beinchen, die meinen Bauch momentan von innen massakrieren in winzig kleine Höschen und Strampler stecken kann. Für die Höschenabteilung hab ich schon mal Nachschub erstellt (wer hätte es gedacht :-).


Den Schnitt hab ich über Pinterest hier gefunden. Für die Bündchen hab ich fertige Bündchenware verwendet, aber für die eigentlichen Hosenteile nur Reste. Die Hose oben war mal ein Jerseykleid meiner Schwester, die in der Mitte stammt von Verschnittresten dieser Leggings und die untere Hose aus nem Männershirt. Also hab ich nun drei Höschen, die mich praktisch nichts gekostet haben. So was lieb ich ja. Sieht man ihnen nicht an, oder?



Diese drei Hübschen wandern nun rüber zum Creadienstag und zum Upcyclingdienstag! Wandert doch mit!


Habt Ihr erkannt, was es wird???

Viele Grüße!

Dienstag, 14. Januar 2014

Kugelzeit - Umstandsrock aus XL - Shirt


Auf geht's in die nächste Kugelrunde! Meine absoluten Lieblingskleidungsstücke sind dieser Tage Jerseyröcke. Sie sind dehnbar, praktisch nicht spürbar und trotzdem ist man adäquat angezogen! In dieser Schwangerschaft hatte ich schon sehr früh das Gefühl, dass mich alles einengt und drückt. Egal ob mit Unterbauchbund oder Überbauchbund. Alles nix! Sogar die Couchhose wird unbequem. Ja, glaubt man's denn? Mittlerweile bin in im letzten Trimester angekommen und frage mich, wie ich diese letzten Wochen rumbringen soll ohne mich in weite Säcke hüllen zu müssen. Zum Glück hab ich für mich die Rockvariante entdeckt! 

Heute möchte ich Euch zeigen, wie Ihr aus einem großen Herrenshirt einen Umstandsrock zaubern könnt. Das hier gezeigte Modell ist farblich wahrlich kein Hockerreißer, aber für die Bequemlichkeit bekommt er 5 von 5 Punkten! Dieses Shirt hab ich im Sommersale für schlappe 3€ erstanden. Da ich noch nicht wusste, was aus dem Schätzchen werden soll, war mir die Farbe erstmal egal. Ihr könnt ja beim gezielten Nachmachen auf Eure Lieblings-/ Wunschfarbe achten.

So, nun mal zur Sache bzw. zur Schere!
Ihr benötigt:
  • Stecknadeln
  • Stoffschere
  • ein (weiches) breites Gummiband (meins war 2cm breit)
  • und die üblichen Nähutensilien
Und natürlich ein großes T-Shirt. 


Wendet das Shirt auf links und streicht es auf dem Boden / Tisch glatt, so dass die Seitennähte nicht verzogen sind. Dann steckt Ihr mit den Stecknadeln die Armausschnitte nach mit einer ungefähren Nahtzugabe.


Schneidet nun die Ärmel an den Nähten heraus. Da die Armausschnitte schon abgesteckt sind, kann sich nun nichts mehr verziehen. Trick 17....

Anschließend wird der obere Teil der Vorderteils gerade an der Halsausschnittunterkante abgeschnitten. ABER NUR VOM VORDERTEIL!!!! Nicht beide Lagen durchtrennen!!!!

Klappt dann den abgeschnittenen Teil nach oben weg. Das sollte dann so aussehen.

Anschließend faltet Ihr das Shirt in der Mitte zusammen, so dass Armausschnitte und Seitennähte aufeinaderliegen.

Nun bekommt das Rückenteil des Shirts seine Form. Dazu schneidet ihr von der Bruchkante am Halsausschnitt in einer Kurve zum Armausschnitt, so dass Vorder- und Rückenteil zusammen enden. Ist das verständlich?

Faltet nun das Shirt wieder auseinander. Nun müsst Ihr Euch eine Nählinie markieren. Meine ursprüngliche Idee war ein Bleistiftrock. Aber im Nachhinein war das Shirt zu weit dafür. Und ich hätte messen müssen. Aber dazu keinen Bock. Also erkläre ich Euch jetzt theoretisch einen leicht ausgestellten Rock, die Bilder zeigen aber minimal Anderes.
Die Nählinie sollte gerade von der obersten engsten Stelle der Armausschnitte zum (vorhandenen) Saum führen. Dies steckt Ihr Euch mit Nadeln ab. Bzw. in der Form, wie Euer Rock später fallen soll.

Dann näht Ihr die Seitennähte zusammen. Mit einer Overlock, mit einem engen Zick-Zack-Stich, mit einem elastischen Geradstich, oder ...
Ihr seht hier meine urspüngliche Form. Aber die deutliche Ausbuchtung saß wie eine Beule auf der Hüfte und in der Schwangerschaft braucht man sicher keinen Rock, der noch zusätzlich die Hüften betont, oder??? Daraufhin hab ich die Seiten nochmal etwas enger bzw. gerader abgenäht. Hier gilt: anprobieren, abnähen, anprobieren, abnähen ...

Für den Gummibund habe ich mir ein ganz weiches Gummi ausgewählt, damit es bis zum letzten Tag nicht allzu sehr spannt und drückt. Zunächst habe ich das Gummi (ungefähr) um die hintere Taille und den vorderen oberen Bauchbogen gelegt, dabei leicht gedehnt und mit einer Nadel zum Ring geschlossen. Kurz durchbewegen und kontrollieren, ob das Gummi angenehm sitzt ohne großartig zu rutschen. Dann die entsprechende Länge abschneiden und mit einem engen Zick-Zack-Stich zum Ring schließen. Achtet darauf, dass sich das Band nicht verdreht.

Nun markiert Ihr auf dem Gummiring 1/4-Stellen mit Nadeln.

Beim Rock markiert Ihr die vordere und hintere Mitte mit Nadeln und steckt dann das Gummi von LINKS auf den Rock und zwar so, dass die Gumminaht auf die hintere Mitte trifft und die anderen Markierungen auf ihre entsprechenden Stellen am Rock. Das Gummi sollte insgesamt kürzer sein als die Rockweite.

Jetzt näht Ihr das Gummi mit einem engen Zick-Zack-Stich an der oberen Kante an den Rock. Dabei müsst Ihr das Gummi soweit dehnen, dass es der Rockweite entspricht. Beim Rockvorderteil müsst Ihr etwas mehr in die Dehnung gehen, was so sein soll!

Anschließend schlagt Ihr den Bund einmal auf die linke Stoffseite um, so dass das Gummi verdeckt wird. Steckt Euch den Bund am besten mit vielen Nadeln fest, damit Ihr ihn gleich problemlos festnähen könnt.

Dafür näht Ihr (wieder leicht gedehnt) von links über die erste Zick-Zack-Naht, die sich jetzt innen an der Unterkante des Bundes befindet. Von rechts habt Ihr dann eine gleichmäßige schöne Bundnaht.


Und das war's!!!! Nix mit Säumen oder so!!! Yeah Yeah!!!


So sieht dann die Rückseite aus. Die Tasche ist zwar zu nichts mehr zu gebrauchen, aber ich finde dieses kleine Detail irgendwie neckisch ;-)

Die abgetrennten Ärmel würde ich auf jeden Fall aufheben. Amy hat hierfür eine sehr praktische Verwendung!

Anziehen und wohlfühlen! Auf geht's in den Endspurt!!!


Das Hinterteil zeig ich Euch nur wegen der Tasche. Da müsst Ihr jetzt halt durch :-)

Je nach Farbe und Form und Geschmack könnt Ihr Euer Röcklein unter oder über dem Oberteil tragen. Man könnte damit z.B. eine Vorkugelzeitlieblingsbluse weiter tragen und die offene Knopfleiste durch den Rock verbergen. Wie es Euch gefällt!

Und nun die ab zu den Linkparties UpcyclingDienstag, Creadienstag, MeMadeMittwoch und RUMS!


Viele Grüße!






Dienstag, 7. Januar 2014

Kugelzeit - Umstandsshirt super schnell


Wie schon angekündigt, möchte ich Euch ein paar Nähideen für Schwangere zeigen, die leicht zu nähen sind und die beschwerliche Kugelzeit etwas erleichtern.

Eröffnen soll das Kleiderreigen eine kleine Refashionaktion, die ich schon vor einiger Zeit vorgenommen habe (wie ihr am Bauchvergleich der Bilder sehen könnt :-).


In einem unvernünftigen Anflug von Shoppinglaune habe ich mir ein Longshirt gekauft. Und das bei meinem Hohlkreuz. Sieht aus, als hätte ich mir Schulterpolster auf den Hintern geklebt... 
Daher gabs nur zwei Optionen: entweder abschneiden oder raffen. Also das Shirt. Und da seitlich geraffte Shirts dem wachsenden Bauch mehr Raum verschaffen (und später schön kaschieren...), hab ich die Seiten meines Shirts mit einem Gummiband eingekräuselt.


Wenn Ihr auch ein zu langes / zu großes Shirt auf diese Weise "retten" wollt, zeige ich Euch heute, wie Ihr das unproblematisch umsetzen könnt. Alles was Ihr braucht, sind:
  • eine Sicherheitsnadel
  • ein Maßband
  • ein Stück Gummiband (ca. 5mm breit/ Hosengummi)
  • das übliche Nähzubehör

Zieht das Shirt an, einmal durchbewegen, damit es auch richtig sitzt und dann den Saum bis zur gewünschten Shirtlänge nach oben umschlagen. Dann steckt ihr eine Sicherheitsnadel an der Stelle der Seitennaht fest, an der die Raffung beginnen soll (am besten zwischen Rippenrand und Taille). Messt nun von dieser Markierung bis zum aktuellen unteren Rand des Shirts. Bei mir waren das 25cm. In dieser Länge schneidet Ihr zwei Gummibänder zu.


Nun das Shirt wieder ausziehen und auf links wenden. Die Gummibandenden werden jeweils auf der Nahtzugabe an den Seiten auf Höhe der Sicherheitsnadel und am Saum mit Stecknadeln fixiert. Wie Ihr schon seht, passen Shirtlänge und Gummibandlänge nicht zusammen. Und das ist auch gut so!


Beginnt dann, das Gummiband AUF DIE NAHTZUGABE mit einem Geradstich (manche nehmen auf einen kleinen Zick-Zack-Stich, aber ich komme mit dem Geradstich besser zurecht) zu nähen, indem Ihr das Gummi soweit dehnt, dass es zur Shirtlänge passt. Kleiner Tipp: Steckt Euch zwischendrin ein paar Hilfsnadeln, die das Band auf der Nahtzugabe halten!


Und mit genau zwei Nähten habt ihr ein neues Oberteil! Ha, wir sind Füchse!



So sieht es dann mit vollem Kugeleinsatz aus. Ich denke, dass es auch nach der Schwangerschaft noch oft zum Einsatz kommen wird, da diese Raffungen ja auch sehr vorteilhaft sein sollen, um EVENTUELLE "Reste" zu verbergen.


Da endlich mal wieder was für mich aus dem Nähmaschinchen gehüpft ist, schicke ich diesen Post zum Upcyclingdienstag und lasse es am Donnerstag RUMSen! Kommt mit und schaut Euch um, was für wundervolle Sachen die Ladys zaubern!

Viele Grüße!