Dienstag, 28. Mai 2013

T - Shirt - Wochen: Bündchenshirt mit Schulterklappen


Heute zeige ich Euch eine neue Kreation aus den T-Shirt-Wochen. Es ist zwar noch kein warmes T-Shirt-Wetter in Sicht, aber mit ein paar neuen Teilen im Schrank kommt zumindest schon mal warme Stimmung auf. Auch heute habe ich auf den Schnitt zurückgegriffen, den ich mir hier erstellt habe.

Stoffopfer wurde hierfür ein Shirt aus dem Second-Hand-Laden:

Da es eine Kindergröße ist, kann der Schnitt nicht vollständig aufgelegt werden. Aber sollte ja auch so sein :-). Für die genaue Abmessung das Stoffopfershirt so in der Mitte zusammenfalten, dass das Vorderteil außen liegt. Dann das Schnittvorderteil am Stoffbruch anlegen und die untere Kante soweit nach oben falten, dass die neue Kante mit der Saumnaht des Stoffopfers abschließt.


Dann das Rückenteil passend zum Vorderteil umknicken.

Das Stoffopfer an den Nähten auseinander schneiden, das Vorder- und Rückenteil jeweils in der Mitte falten und die "neuen" Schnittteile am Stoffbruch anlegen, feststecken und ausschneiden.

Da bei dem Grundschnitt auch im Halsausschnitt eine Nahtzugabe von 1cm hinzugefügt wurde, muss diese nun wieder zurückgeschnitten werden.

Die Ärmel aus den Stoffopferärmeln ausschneiden. Dabei so weit oben wie möglich anlegen.

Aus den Resten der Ärmel zwei 3,5 - 4cm breite Streifen zuschneiden für die Halsausschnittversäuberung.

Die zwei Halsausschnittstreifen rechts auf rechts aufeinanderlegen und an einer kurzen Seite zusammennähen (am besten mit einer Overlock oder einem Zick-Zack-Stich).


 Vorder- und Rückenteil rechts auf rechts aufeinanderlegen und nur eine Schulternaht nähen (mehr Infos hierzu findet Ihr hier.)


Den Halsausschnitt ausmessen und den Streifen einige Zentimeter kürzer zuschneiden. Dann sowohl auf dem Steifen als auch auf dem Shirt 1/4-Stellen markieren.


Den Streifen nun rechts auf rechts auf den Halsausschnitt stecken, so dass die 1/4-Markierungen aufeinandertreffen.

Nun kommt der etwas knifflige Teil: Den Streifen annähen. Hierzu muss der Streifen beim Nähen so weit gedehnt werden, dass er auf den Halsausschnitt passt. Ich nehme hierfür entweder die Overlock oder einen breiten engen Zick-Zack-Stich.

Ansicht von der rechten Stoffseite:
 Ansicht von der linken Stoffseite:

Dann die offene lange Kante über die Nahtzugabe auf die linke Stoffseite legen und feststecken.

Nun den Streifen von rechts mit dem engsten Zick-Zack-Stich oder einer Zwillingsnadel absteppen.

Am besten einmal kurz mit dem Bügeleisen dämpfen (ist auf dem Bild noch nicht geschehen).

Nun noch die zweite Schulternaht nähen.

Für die Schulterklappen hab ich mir eine Schablone nach den folgenden Maßen erstellt. Oben einfach die Ecken in der gewünschten Schrägung abschneiden.

Dann 4x aus den Stoffopferärmelresten zuschneiden.

Je 2 Schulterklappenteile rechts auf rechts zusammenstecken ...

... und rundrum mit Geradstich so knappkantig wie möglich absteppen. Die untere kurze Seite offen lassen. Versucht die Ecken möglichst eckig zu nähen, damit diese später auch gut zur Geltung kommen. Ich musste - wie Ihr seht - nochmal nachfassen. Dann die Ecken der Ecken zurückschneiden :-)

Dann die Schulterklappen wenden und die Ecken herausdrücken.

Nun die Schulterklappen auf den Schulternähten positionieren und mit Stecknadeln feststecken. Wie Ihr seht, waren meine zu lang...

Die Schulterklappen von links wieder knappkantig heften...

... und von rechts zwei Zierknöpfe annähen.

Nun die Ärmel säumen. Wie ich das im Detail gemacht habe, seht Ihr hier.

Dann die Ärmel an die Armausschnitte stecken und nähen.

So sieht das Shirt dann ausgebreitet aus.

Dann die Ärmel- und Seitennähte in einem Rutsch nähen.

Nun ist das Bündchen dran. Hierfür die Saumkante ausmessen (bei mir 29cm) und diesem Maß 5cm abziehen (24cm) plus 2cm Nahtzugabe (also 26cm). Das Bündchen soll 5cm hoch sein: also 2x 5cm plus 2cm Nahtzugabe = 12cm. (insgesamt bei mir: 26 x 12 cm) Zweimal zuschneiden und rechts auf rechts an den kurzen Seiten zusammennähen.

Dann die langen offenen Kante links auf links zusammenfalten.

Nun das Bündchen rechts auf rechts an die Saumkante des Shirts stecken und dabei die Seitennähte aufeinander treffen lassen.


Rundrum mit einem breiten engen Zick-Zack-Stich oder Overlock annähen.

Bündchen nach innen umschlagen und das Werk bewundern. Dann noch ein Label einnähen und auf den nächsten Tag mit besserem Licht warten :-)

Und dann ist das Bündchenshirt mit Schulterklappen fertig. Ich muss sagen, dass mir diese Variante ausgesprochen gut gefällt. Wahrscheinlich werden noch mehr Bündchen im Laufe der T - Shirt - Wochen hier auftauchen. Da meine Kleine doch einen recht dicken Bauch hat (die Ärmste hat mein Hohlkreuz geerbt), ist so ein Bündchen super, da es nicht über den Bauch rutscht und damit auch der Rücken bedeckt bleibt. Wisst Ihr, was ich meine?

Auch dieses Shirt nimmt wieder am Creadienstag teil. Schaut Euch doch mal dort um. So viele tolle handgemachte süße Sachen!

Viele Grüße und viel Spaß beim Nachnähen!

Dienstag, 21. Mai 2013

T - Shirt - Wochen: Einfaches Shirt

Wie versprochen starten heute die T - Shirt - Wochen im Nadelhang. Leider ist das Wetter ja noch etwas scheu, was die kurze-Ärmel-Tauglichkeit angeht. Aber vielleicht kann man sie ja mit einem vollen Sommerkleiderschrank locken.



Für alle Shirts verwende ich den Schnitt, den ich mir hier erstellt habe. Diesmal habe ich für den Zuschnitt Meterware verwendet, also kein Refashionprojekt, und habe das gesamte Shirt "nur" mit meiner normalen Nähmaschine genäht. Da Jersey für viele eine Herausforderung ist und scheinbar nur mit einer extra Overlockmaschine zu bewältigen ist, wollte ich Euch heute zeigen, dass Jersey auch ohne Overlock bezwingbar ist.

Zunächst werden die einzelnen Teile zugeschnitten:

Vorder- und Rückenteil ( je 1x im Stoffbruch):

Ärmel (2x):

Halsausschnittstreifen (1x - Abmessungen folgen):


1. Schulternähte nähen

Zuerst werden die Schulternähte zusammengenäht: Dafür Vorder- und Rückenteil rechts auf rechts aufeinanderlegen, so dass die Schulterteile passend aufeinander liegen und feststecken.


Zum Nähen der Schulternähte eignet sich sehr gut Formband. Das ist letztlich in Form geschnittene Klebeeinlage. Diese wird auf die Schulternahtzugaben aufgebügelt und verhindert beim Nähen ein Ausdehnen und beim Tragen ein Ausleihern der Naht. Tja, ich hatte aber keins mehr da. Aber zum Glück es gibt ja noch andere Jerseybezwing-Tricks. Hier seht Ihr einen davon: Ich habe ein kleines Stück Seidenpapier (auch in Verpackungen von Herrenhemden oder Schuhkartons zu finden :-) unter meine Stofflagen gelegt und dann mit dem kleinsten Zick-Zack-Stich meiner Maschine (Stichlänge 1mm) die Schulternähte zusammengenäht. Danach einfach das perforierte Papier vorsichtig abziehen. Kein Ausdehnen in Sicht!




2. Halsausschnitt versäubern (Bündchen)

Diese Art von Halsausschnittversäuberung findet man hauptsächlich an den klassischen Männer T-Shirts. Aber auch an Damenshirts in dezenterer Form. Anfangs habe ich hierfür immer richtige Bündchenware genommen, war aber mit dem Endergebnis nie wirklich zufrieden, da Bündchenstoff doch sehr steif sein kann. Also nehme ich nun immer ganz normalen Jerseystoff und damit funktioniert das wunderbar.

Zunächst muss der Halsausschnitt ausgemessen werden. Meine Lieblingstechnik hierfür: Vorder- und Rückenteil jeweils in der Mitte zusammenfalten, so dass die Armausschnitte zusammentreffen.

Dann die Halsausschnittrundung ausmessen und verdoppeln.

Dieses Maß x 0,75 nehmen und noch 2cm Nahtzugabe hinzurechnen (Länge des Versäuberungsstreifens). Dann überlegen, wie hoch das Bündchen sein soll. Dies x2 nehmen und wieder 2cm Nahtzugabe hinzufügen (Breite).

Dann den Jerseystreifen so falten, dass die kurzen Enden rechts auf rechts zusammentreffen, festenstecken und mit dem gleichen Zick-Zack-Stich wie oben nähen. Man hat nun einen Stoffring erzeugt. Nun wird der Streifen so gefaltet, dass die langen offenen Kanten aufeinander liegen.

Auf dem Halsausschnitt und dem Ring 1/4-Stellen markieren.

Dann den Ring rechts auf rechts (also alle offenen Kanten treffen aufeinander) so auf den Halsausschnitt stecken, dass die 1/4-Stellen jeweils aufeinander treffen. Der Ring sollte deutlich enger sein. Dann ab an die Nähmaschine, einen etwas breiteren Zick-Zack-Stich auswählen und das Bündchen in gedehntem Zustand an den Halsausschnitt nähen. Dabei am besten immer nur ein paar Zentimeter nähen, stoppen (Nadel unten im Stoff), Stofflagen passend ausrichten und weiternähen. Und ja, es muss sich wellen!


Aber nur kurz :-) Wer mit der Nähmaschine Jersey verarbeitet und dazu noch recht dehnbare Varianten, kommt um den Einsatz der Bügeleisens nicht herum! Ganz ehrlich, wollte ich auch nie glauben. Vor allem dieses nervige: eine Naht fertig - bügeln - nächste Naht - bügeln - nähen - bügeln... Aber im Endergebnis bringen all diese Bügelintermezzi den entscheidenden Unterschied. Durch den Dampf und das AUFSETZEN (nicht schieben) des Bügeleisens ziehen sich die elastischen Fasern wieder zusammen. Und alles ist glatt und wundervoll. Schaut Euch diesen Halsausschnitt an. Ich bin verzückt!



3. Ärmel ansetzen

Zunächst wird der Ärmel gesäumt. Dafür die Bruchkante mit einem Trickmarker (Markierung verschwindet - ich liebe es) markieren.

Nun den Umschlag auf links legen und feststecken (und am besten kurz anbügeln).

Dann den Umschlag festnähen. Ich habe wieder meinen kleinsten Zick-Zack-Stich genommen. Und bügeln! Nicht auslassen, nein! Hier seht Ihr die gebügelte Variante.

Nun die Mitte des Ärmelbogens rechts auf rechts auf die Schulternaht stecken.

Dann erst die eine Seite des Armausschnittes abstecken, dann die andere. Da die Kurven gegenläufig sind, gilt die Regel: Nadeln sind Freunde!!!

 Nun das Ganze zusammennähen. Hierbei auch wieder Zentimeter für Zentimeter vorgehen und immer wieder die beiden Stofflagen glatt anpassen. Ich nähe immer von Nadel zu Nadel, fühle mit den Fingern, ob sich eine mögliche Falte gebildet hat und korrigiere notfalls die Stofflagen. Außerdem kann man (wenn die Nadel unten ist) den Nähfuß kurz anheben, um den Stoff zu entspannen.

Hier seht Ihr eine ungebügelte Version:

Und hier - hach - die Gebügelte!

Wenn man das Ganze entfaltet, sieht es etwa so aus:


4. Ärmel- und Seitennähte schließen

Als nächstes wird das zukünftige Shirt so zusammengefaltet (rechts auf rechts), dass die Seiten von Vorder- und Rückenteil sowie die Ärmelkanten aufeinander treffen. Feststecken. Nadeln sind Freunde :-) ... ich was etwas sparsam...

Nun an den Ärmelkanten beginnen, die Unterarmnaht bis zur Armausschnittnaht nähen und dann die Seitennaht runter bis zum Saum.

Für diese Naht hab ich diesmal den Overlockstich meiner Maschine verwendet. Der stabilisiert diese beanspruchten Nähte ganz gut (auch super für die Schulternähte). Man kann natürlich auch wieder einen Zick-Zack-Stich verwenden.





5. Säumen

Trotz aller Genauigkeit gelingt es mir nie, dass an diesem Punkt angekommen die Unterkanten von Vorder- und Rückenteil perfekt gerade aufeinander liegen. Kennt jemand das Problem? Ich behelfe mir dann einfach mit Linea und Cutter.

Man kann an dieser Stelle die gleiche Technik wie bei den Ärmelkanten verwenden. Ich wollte Euch noch eine andere Möglichkeit zeigen. Mein Saum soll 2cm breit sein, also wird eine Markierung 4cm (doppelte Breite) von der Unterkante auf der linken Stoffseite angebracht.

Dann die Unterkante bis zur Markierung umschlagen und feststecken.

Und am besten mit dem Bügeleisen noch mal drüber gehen. So verziehen sich die beiden Stofflagen beim Nähen nicht so leicht gegeneinander.

Dann den Umschlag von rechts feststeppen. Hierfür hab ich noch eine andere Zick-Zack-Stichvariante (dreifach Zick-Zack) genommen, um Euch möglichst viele Möglichkeiten zu zeigen. Seht Ihr diese Wellen? Und ist es nicht ein tolles Gefühl zu wissen, dass man ihnen mit ein bisschen Dampf und Hitze Herr wird?

Man kann natürlich auch die Abstepparbeiten mit der Zwillingsnadel durchführen. Das sieht super professionell aus und ist auch dehnbar. Aber ich kann mich dann einfach nicht überwinden, ständig die Nadel zu wechseln.



6. Fertiges Shirt bestaunen, allen zeigen und sofort dem Kindchen anziehen und noch mehr bewundern, was man mit den eigenen Händen geschaffen hat!

Und natürlich darf das Eulenlabel nicht fehlen :-)


Ich hoffe, dass die Schritte nicht allzu chaotisch sind und Ihr nachvollziehen könnt, was wann zu tun ist. Wenn Ihr Fragen habt, freue ich mich über eine kurze Nachricht. Vielleicht kann ich ja weiterhelfen. Aber auch ansonsten freue ich mich riesig über Kommentare! Wie näht Ihr Eure Shirts zusammen? Macht Ihr etwas anders?

Das Shirt zeige ich heute auch wieder beim Creadienstag. Kommt doch kurz mit rüber und schaut Euch um!

Viele Grüße!